Übergang von der Kita in die Schule – zwischen Stolz, Unsicherheit und ganz viel Gefühl

Rebecca Triphaus

1. Mai 2026

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Gelesen von der Autorin des Beitrags Rebecca Triphaus

Portraitfoto von Rebecca Triphaus

Ich hätte nicht gedacht, wie sehr mich dieser Moment berührt. Plötzlich steht er da im Flur, der erste Schulranzen: neu, gefühlt viel zu groß und mein Kind voller Stolz. Für mich gleichzeitig ein Zeichen dafür, dass eine Zeit zu Ende geht, die sich so lange selbstverständlich angefühlt hat. 

Ich bin Mutter und ich bin Sozialpädagogin und Systemische Beraterin/Familientherapeutin. Und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb merke ich: Dieser Übergang ist weit mehr als ein nächster Schritt. Er ist ein Umbruch. Für mein Kind. Für mich. Für uns als Familie. 

Zwischen Aufregung und leisem Abschied

Ich sehe mein Kind, wie es mit leuchtenden Augen neugierig und aufgeregt über die Schule erzählt. Und in mir mischt sich die Freude mit einem leisen Abschied. Abschied von der vertrauten Kita-Zeit, von gewachsenen Routinen, die uns getragen und Halt gegeben haben. 

Aus fachlicher Perspektive weiß ich: Solche Übergänge sind besonders sensible Entwicklungsphasen. Sie verlangen viel: neue Strukturen zu verstehen, Unsicherheiten auszuhalten, Beziehungen aufzubauen und ein neues Selbstbild zu entwickeln.

„Ich bin jetzt ein Schulkind“ ist ein scheinbar einfacher Satz, der innerlich eine große Bewegung auslöst. Oft wird seine Bedeutung erst mit den ersten Schultagen greifbar. 

Und zugleich liegt in genau diesem Prozess eine große Chance: für Wachstum, Selbstwirksamkeit und neue Erfahrungen. 

Was Kinder in dieser Phase wirklich brauchen

Auch für uns als Eltern verändert sich etwas Grundlegendes. Ich werde nicht mehr einen so intensiven Einblick in den Alltag haben wie zuvor. Dafür entsteht ein anderer Raum: da sein, Halt geben, begleiten. Aus systemischer Sicht ordnet sich in dieser Phase vieles neu. Rollen verschieben sich, neue Regeln und Erwartungen entstehen von außen. Was man für diesen Übergang braucht, ist vor allem eines: Bewusstheit. 

Was meinem Kind in dieser Zeit wirklich hilft, hat wenig mit perfekten Vorbereitungslisten zu tun. Es sind vielmehr die unsichtbaren, alltäglichen Dinge: verlässliche Präsenz, neue Routinen, emotionale Sicherheit und das ernsthafte Wahrnehmen von Gefühlen. 

Den Satz „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ kennen sicher viele von uns. Aber ist es wirklich dieser Satz, den Kinder zur Einschulung brauchen? Ich glaube nicht. Kinder brauchen etwas anderes: die Erlaubnis, ihren eigenen Weg zu gehen und die Gewissheit, dass wir sie dabei begleiten, unabhängig davon, wie dieser Weg verläuft.

Ein ehrlicher Blick nach innen – auch für uns Eltern

Dabei lohnt sich auch ein ehrlicher Blick nach innen: Wie geht es mir mit diesem Übergang? Bin ich stolz, wehmütig, vielleicht verunsichert oder unter Druck? Welche Erinnerungen habe ich an meine erste Schulzeit und wie fühlen sie sich an? Kinder nehmen unsere Stimmung wahr und es hilft ihnen, wenn wir unsere Erinnerungen reflektieren und nicht ungefiltert auf sie übertragen. 

Nochmal zusammengefasst: Dieser Übergang ist kein Punkt auf einer To-do-Liste. Er ist ein Prozess, den wir gestalten mit allem, was dazugehört: Freude, Zweifel, Stolz und manchmal auch Überforderung. Vielleicht ist genau das der wichtigste Gedanke: Ich muss mein Kind nicht perfekt vorbereiten. Ich darf es begleiten mit Offenheit für alle Gefühle. 

Und dann: ein bisschen weniger Müssen. Ein bisschen mehr Vertrauen. 
Wir wachsen gemeinsam hinein. 

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