Als sie sich meldete, klang ihre Stimme brüchig: „Ich schäme mich, aber… ich kann einfach nicht mehr.“
Wir machten deutlich: Es gibt keinen Grund für Scham. Pflege ist Liebe, aber auch eine enorme Belastung.
In unserem ersten Gespräch ging es um drei Dinge:
1. Das Unsagbare aussprechen
Sandra erzählte von nächtlichen Anrufen, Schuldgefühlen, den Momenten, in denen sie an ihre Grenzen kam. Endlich durfte alles gesagt werden.
2. Struktur in die Pflege bringen
Gemeinsam klärten wir:
- Welche Entlastungsangebote gibt es in der Nähe?
- Welche Zuschüsse können helfen – etwa für Tagespflege, Kurzzeitpflege oder haushaltsnahe Unterstützung?
- Welche Aufgaben können delegiert werden, ohne dass Sandra sich schlecht fühlen muss?
3. Die eigenen Ressourcen sehen
Wir entwickelten Strategien, wie sie ihre Kraftreserven schützen kann – etwa durch klarere Absprachen in der Familie, Pauseninseln und professionelle Unterstützer vor Ort.
Nach einigen Wochen meldete sie sich erneut:
„Ich bin immer noch gefordert, aber ich bin nicht mehr allein damit.“



